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16.11.2020
SARS-CoV-2-Virus: Krankenhäuser des Landkreises unterstützen Aufruf der Rettungsdienste aus Cottbus und der Region; Bürgerschaft kann Fallanstieg stoppen
Rund 194 Einwohnerinnen und Einwohner der Landkreises haben sich während der vergangenen 7 Tage mit dem SARS-COV-2-Virus infiziert – das sind fast viermal mehr als die bundesweite Höchstmarke von 50, die als Belastungsgrenze für die behördlichen und gesundheitlichen Strukturen festgelegt wurde.

Laut Robert-Koch-Institut müssen 12 Prozent aller Infizierten im Verlauf der Erkrankung in einem Krankenhaus versorgt werden, weitere 17 Prozent von ihnen sogar beatmet.

Statt der traditionellen Karnevalsgrüße haben die Stadt Cottbus, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes und der Leiter der Feuerwehr in diesem Jahr einen Appell an alle Einwohnerinnen und Einwohner geschickt, dem sich der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa vollumfänglich anschließen möchte.

Landrat Harald Altekrüger richtet das Wort im Namen der Krankenhäuser direkt an die Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises:

„Liebe Bürgerinnen und Bürger,
trotz der bereits weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens sehen wir, dass die Verbreitung des SARS-COV-2-Virus nicht so schnell gebremst wird, wie es nötig wäre. Dabei müssen wir den Anstieg der Fallzahlen jetzt stoppen; die Kapazitäten in den Krankenhäusern Spremberg, Guben und Forst (Lausitz) sind endlich. Das trifft auch für die umliegenden Häuser in Cottbus, Senftenberg und Hoyerswerda zu.

Wir haben nur dieses eine Leben und nur eine Gesundheit. Die Menschlichkeit und die Werte unserer Gesellschaft gebieten uns, dass wir Andere vor Leid bewahren, wenn wir die Macht dazu haben − nicht zuletzt weil wir es uns für uns selbst ebenso wünschen würden, sollten wir einmal in Not sein. Noch können wir gemeinsam das Unheil abwenden. Das Virus ist kein unbesiegbarer Gegner, dem wir ausgeliefert sind. Unsere Mittel im Kampf gegen das Virus sind einerseits die Krankenhäuser, die nur so viele Patienten und Patientinnen haben wie sie mit ihrer besten Technik und den zur Verfügung stehenden Fachkräften versorgen können. Und andererseits die Gesundheitsämter, die Kontakte nachverfolgen und so Infektionsketten unterbrechen können. Beide Mittel drohen wir gerade zu verlieren.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich entscheidet, ob wir der Gewalt dieser Naturkatastrophe standhalten können. Dafür haben wir noch eine dritte Möglichkeit, die jeder Einzelne von uns besitzt: Unser Verhalten. Wenn wir unser Verhalten anpassen, können wir unseren älteren Bekannten, unsere Eltern, Omas, Opas, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Einschränkungen ein längeres Leben schenken. Wir können den Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten und Krankenhausmitarbeitenden etwas zurückgeben, riskieren sie doch jeden Tag ihr eigenes Leben und das ihrer Familie, um die Erkrankten zu versorgen.

Dafür müssen wir unsere sozialen Kontakte noch einmal kritisch überprüfen und verringern;
  • bleiben Sie so oft zuhause, wie es geht

  • tragen Sie den Mund-Nasen-Schutz, wann immer geboten und

  • halten Sie Abstand zum Menschen neben Ihnen.

  • Lüften Sie in geschlossenen Räumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten.

Bitte nehmen Sie das Virus ernst.
Und vor allem: Nehmen Sie die sich abzeichnende Überlastung unserer Rettungsdienste, Krankenhäuser und ambulanten Versorgungsangebote ernst.

Wir danken Ihnen für Ihr solidarisches Mitwirken".
( Autor: Pressestelle Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa )
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