Freitag, 06. November 2026 | Allgemeines, Freizeit, Rathaus Forst (Lausitz) erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenken und Stolpersteinverlegung am 9. und 10. November

Die Stadt Forst (Lausitz) lädt zum Pogrom-Gedenken und zur Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Familie Warschauer ein. Erinnert wird am 9. und 10. November 2026 mit zwei Veranstaltungen an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 sowie die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Familie Warschauer, für die sieben Stolpersteine verlegt werden.

Pogrom-Gedenken

Am 9. November 2026 jährt sich die Pogromnacht zum 88. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden jüdische Menschen in ganz Deutschland Opfer organisierter Gewalt, Verfolgung und Demütigung. Synagogen wurden in Brand gesetzt, Geschäfte und Wohnungen zerstört und Menschen misshandelt, verhaftet und ermordet. Auch in Forst (Lausitz) erinnert der Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge in der Uferstraße an diese Verbrechen und an die jüdische Geschichte der Stadt.

Die öffentliche Gedenkveranstaltung findet am Montag, dem 9. November 2026, um 18 Uhr am Gedenkstein in der Uferstraße statt. Pfarrer i. R. Ingolf Kschenka und die Bürgermeisterin der Stadt Forst (Lausitz), Simone Taubenek, werden Worte des Gedenkens sprechen.

Verlegung von Stolpersteinen

Am darauffolgenden Tag, dem 10. November 2026, wird die Erinnerung an die jüdische Geschichte der Stadt Forst (Lausitz) mit der Verlegung von sieben Stolpersteinen für die Familie Warschauer fortgesetzt.

Die kleinen Messingtafeln des Künstlers Gunter Demnig erinnern an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Vor ihren letzten frei gewählten Wohnorten verlegt, geben sie den Opfern ihre Namen und ihre persönliche Geschichte zurück.

Die Verlegungen finden an zwei Orten statt:

  • 10:00 Uhr – Cottbuser Straße 35a: Verlegung von vier Stolpersteinen vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus.
  • 11:30 Uhr – August-Bebel-Straße 8: Verlegung von drei Stolpersteinen vor dem Wohnhaus.

Zwischen den beiden Verlegungen findet um 10:40 Uhr eine begleitende Veranstaltung im Pausenraum der Gutenberg Oberschule statt. Schülerinnen und Schüler haben sich im Rahmen eines Projektes intensiv mit der Geschichte der Familie Warschauer auseinandergesetzt. Bei ihrer historischen Spurensuche haben sie Informationen zusammengetragen, Lebenswege recherchiert und sich mit dem Schicksal der Familienmitglieder beschäftigt. Ihre Ergebnisse werden sie im Rahmen der Veranstaltung vorstellen und damit einen wichtigen Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur leisten.

Beide Veranstaltungen machen deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und die Geschichten der Menschen, die verfolgt und ermordet wurden, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Zugleich sind sie ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit sowie für Menschlichkeit, Toleranz und gegenseitigen Respekt.

Die Stadt Forst (Lausitz) lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, an den Gedenkveranstaltungen und den Stolpersteinverlegungen teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen der Erinnerung und Verantwortung zu setzen.

Stadt Forst (Lausitz)