Donnerstag, 09. Juli 2026 | Allgemeines, Rathaus Stadt Forst (Lausitz) weiht Sternenkinder-Grabfeld auf dem Hauptfriedhof ein

Grüne, pinke und blaue Gießkannen hängen an einem schwarzen Metallpfosten.

Mit einer Feierstunde in der Kleinen Kapelle und der anschließenden Besichtigung des neu angelegten Grabfeldes wurde am 8. Juli 2026 das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Hauptfriedhof der Stadt Forst (Lausitz) offiziell eingeweiht.

Mit diesem besonderen Erinnerungsort setzt die Stadt Forst (Lausitz) ein Zeichen des Mitgefühls und der Verbundenheit mit Familien, die den Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft, vor, bei oder kurz nach der Geburt erfahren mussten. Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die in dieser frühen Lebensphase versterben – unabhängig von Schwangerschaftswoche oder Geburtsgewicht. Während das Brandenburgische Bestattungsgesetz regelt, ab wann für verstorbene Kinder eine Bestattungspflicht besteht, möchte die Stadt mit dem Sternenkinder-Grabfeld allen betroffenen Familien einen würdevollen Ort des Gedenkens, der Trauer und der Erinnerung anbieten.

Die Idee zur Errichtung des Sternenkinder-Grabfeldes entstand aus Anregungen ortsansässiger Bestattungsunternehmen, Hebammen, Trauerrednerinnen und Trauerredner sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger. Darüber hinaus haben persönliche Schicksale und Erfahrungen sowie Berichte aus dem persönlichen Umfeld gezeigt, wie wichtig ein geschützter Ort für Trauer, Abschied und Erinnerung ist. Mit dem neuen Grabfeld trägt die Stadt Forst (Lausitz) dazu bei, dieses Bedürfnis zu erfüllen und schafft einen Ort, an dem Betroffene Trost finden und ihrer Trauer in würdevoller Umgebung Ausdruck verleihen können.

Die Anlage des Grabfeldes erfolgte auf Grundlage der Friedhofsentwicklungskonzeption der Stadt Forst (Lausitz) sowie in enger Abstimmung mit den zuständigen Denkmalbehörden. Hierfür wurde eine bislang ungenutzte Grünfläche auf dem Hauptfriedhof ausgewählt. Die zentral gelegene, barrierefrei erreichbare Fläche bietet in ruhiger Umgebung einen geschützten Rahmen für das persönliche Gedenken.

Das rund 34 Meter lange und 7,5 Meter breite Grabfeld ist durch eine Hecke eingefasst und bewusst naturnah gestaltet. Eine hölzerne Brücke bildet den symbolischen Eingang in den „Sternenhimmel“. Unterschiedlich große Sterne können als Grabzeichen in das Grabfeld eingebracht und jeweils mit einer Einfassung aus großformatigem Granitpflaster umrahmt werden.

Luftaufnahme eines Feldes mit mehreren großen weißen Sternen, umgeben von grünem Bewuchs

Mehrere Holzbänke laden zum Verweilen ein. Zwei Hortensien bilden als gestalterisches Element den symbolischen Ausgang aus dem Sternenhimmel. Edelrosen, Hochstammrosen und Stauden ergänzen die Bepflanzung und verleihen dem Grabfeld eine ruhige und würdevolle Atmosphäre.

Die Granitpflastereinfassungen dienen zugleich als Ablagefläche für Blumen, Kerzen und persönliche Erinnerungsstücke. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein Namensschild des beigesetzten Kindes in die Fläche einzustecken und so einen individuellen Ort des Erinnerns zu schaffen. Das Sternenkinder-Grabfeld soll ein Ort des Gedenkens, des Abschiednehmens und des Trostes sein. Zugleich möchte die Stadt Forst (Lausitz) einen Raum schaffen, der Mitgefühl, Menschlichkeit und Gemeinschaft sichtbar macht. Der Verlust eines Kindes bleibt für viele Eltern ein schweres und oftmals stilles Schicksal. Nicht selten fühlen sie sich mit ihrer Trauer allein oder erleben, dass ihr Schmerz im persönlichen Umfeld nur schwer angesprochen werden kann. Das Sternenkinder-Grabfeld soll deshalb auch ein Zeichen der gesellschaftlichen Anerkennung und Sensibilisierung sein und betroffenen Familien zeigen, dass ihre Trauer einen Platz hat.

Mit dem Sternenkinder-Grabfeld erweitert die Stadt Forst (Lausitz) das Angebot ihres Hauptfriedhofes um einen wichtigen Bestandteil einer zeitgemäßen Bestattungs- und Trauerkultur.

Die Stadt Forst (Lausitz) dankt allen Beteiligten, die die Planung und Umsetzung des Projektes unterstützt und damit zur Entstehung dieses besonderen Erinnerungsortes beigetragen haben.

Stadt Forst (Lausitz)