Brandenburgisches Textilmuseum – Baustart im Oktober 2021

Große Veränderungen stehen im „Brandenburgischen Textilmuseum Forst (Lausitz)“ an, viele Vorbereitungen dafür sind in den letzten Monaten bereits erfolgt. Für den bevorstehenden Umbau ist das Museum komplett beräumt.

Die Stadt plant die Wiedereröffnung für 2024.

Das Brandenburgische Textilmuseum ist seit Juni 2021 leer gezogen. Mit der Beräumung der Museumsgüter war es nun möglich die noch notwendigen ausstehenden Untersuchungen an und in den Bestandsgebäuden durchzuführen.

So wurden z.B. Bereiche der Fundamente der Außenwände sowie die Fundamente der Stützen in den Erdgeschossen und die Auflager der Deckenbalken frei gelegt, untersucht und dokumentiert.

Die Freilegung soll Aufschluss über die statisch notwendige Ertüchtigung für die zukünftige Nutzung bringen.

Restauratorische Untersuchungen der denkmalgeschützten Türen, Fenster, Deckenbalkenanker sowie der Gussstützen, der Kappendeckenträger und des Fugenmörtels sind Auflagen aus der Baugenehmigung und wurden beauftragt.

Der Bestand der historischen Fassade wurde dokumentiert, die Schäden aufgenommen und zu katalogisiert. Hier wurden eine Fotogrammetrie mit anschließender Schadenskartierung beauftragt.


Planerisch befinden wir uns in der Ausführungsplanung. Im Oktober starten wir mit dem 1. Bauabschnitt.

Bestandteil des 1. Bauabschnittes werden die Baustelleneinrichtung, Abbrucharbeiten und Dekontamination sowie die Medienverlegung im Innenhof sein.

Zur Baustelleneinrichtung gehört die Versorgung der Baustelle mit allen notwendigen Medien, die Sicherung der unter Denkmalschutz stehenden Bestandstüren, Tore, Treppen ect., die provisorische Hofbefestigung, die Reinigung sowie das Stellen diverser Container (Büro-, Besprechung-, WC-Container usw.).

Im Rahmen der Abbruch- und Dekontaminationsarbeiten werden die Garagen, die Werkstatt, der Aufzugsschacht mit Rampe sowie die nicht tragenden Bauteile und Medien zurück gebaut sowie die kontaminierten Bauteile ausgebaut und fachgerecht entsorgt.

Das Gewerk Medienverlegung im Innenhof beinhaltet die Herstellung des unterirdischen Medienraumes im Fabrikhof, so dass Baufreiheit für die Sanierung der Bestandgebäude ab Februar 2022 besteht.

Stand: 22.09.2021


Der Bund stellt für einen denkmalgerechten Aus- und Umbau der ehemaligen Tuchfabrik Sorauer Str. 37 zu einem modernen Ausstellungs- und Veranstaltungsort Fördermittel in Höhe von 7,416 Mio. Euro aus dem Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus 2018/19“ (NPS) zur Verfügung. Damit wird die Grundlage insbesondere für eine neue, stark erweiterte Dauerausstellung sowie für modern ausgestattete Veranstaltungs- und Sonderausstellungsbereiche geschaffen.

Die Umzugsvorbereitungen starteten schon Anfang 2020 durch das bisherige Museumsteam, bestehend aus Michaela Böhme, Angela Maaß und Stefan Buss. Verstärkung bekam das Team zwischenzeitlich – während der Corona-Schließphase – durch  Dörthe Stein aus dem „Archiv verschwundener Orte“ (AvO) in Horno und weitere MitarbeiterInnen des Eigenbetriebs Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst (Lausitz) sowie befristet eingestellte UmzugshelferInnen. Eine sehr engagierte Unterstützung in Rat und Tat erfolgte und erfolgt außerdem durch Mitglieder des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz) e. V. und weitere sachkundige Privatpersonen und ehemalige „Textiler“.

Über 200 historische Maschinen und Geräte, mehr als 1.000 größere Einzelobjekte und hunderte von Kartons, Boxen usw., gefüllt mit rund 50.000 weiteren Objekten der stadt- und regionalhistorischen Museumssammlung, sind fach- und fristgerecht in ein vorübergehendes Museumsdepot überführt worden, um Schäden während der Sanierung zu vermeiden.

 
Bis zur Wiedereröffnung des Museums in drei Jahren befindet sich hier auch die Arbeitsstätte der MuseumsmitarbeiterInnen.

Als Zwischenstandort ist in diesem Depot leider kein regulärer Ausstellungsbetrieb möglich. Das Museumsteam bittet zugleich um Verständnis dafür, dass die Anfragenbearbeitung und die wissenschaftlich-heimatkundliche Nutzung des Archivs und der Sammlungen des Museums bis auf Weiteres nur eingeschränkt erfolgen können.

Die vielfältigen neuen Herausforderungen für das bisherige Brandenburgische Textilmuseum machten zugleich eine Umorganisation des Museumsbetriebs erforderlich. Nach Abstimmung mit dem Museumsverein als dem bisherigen Träger ist es zum 1. Januar 2021 zurück in städtische Trägerschaft überführt worden. Die Betriebsführung wurde dem Eigenbertieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst (Lausitz) mit Werkleiter Stefan Palm zugeordnet, innerhalb des Eigenbetriebs bilden die MitarbeiterInnen des Textilmuseums sowie des AvO das Team Museum. Das AvO wird zunächst noch weiter in Horno betrieben, soll aber 2024 räumlich und personell in den Standort Sorauer Str. 37 integriert werden.

Für die Dauerausstellung wurde 2020 von Dr. Jan Klußmann ein Grobkonzept erarbeitet und im Sommer in den städtischen Gremien vorgestellt. Die neue Ausstellung wird den bisherigen Schaubetrieb in die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Kontexte der Textilproduktion einbetten. Außerdem wird das künftige Museum auch die Forster Stadtgeschichte und die Regionalgeschichte der Ostlausitz präsentieren, u. a. mit den Themen „Kohle“ – dem Fluch und Segen der Lausitz –, Geschichte der Neißeregion als Kulturlandschaft und als Grenzraum, Standesherrschaften und Sorben. Ein besonderes Highlight stellt zukünftig die neue Lokhalle für die „Schwarze Jule“ dar – als Standort für die letzte erhaltene Lok der Stadtbahn von 1893, die als Leihgabe des Verkehrsmuseums Dresden nunmehr dauerhaft in Forst zu sehen sein wird.

Das Ausstellungskonzept ist in den nächsten beiden Jahren kontinuierlich bis zur praktischen Umsetzung zu verfeinern. Darüber und über den Baufortschritt werden der Vorstandsbereich Stadtentwicklung und Bauen und der EBKTM/ Team Museum künftig regelmäßig auf der Webseite der Stadt https://www.forst-lausitz.de/ informieren. Eine eigene Unterseite für das Museum soll in den nächsten Wochen erarbeitet werden.

Wer sich das Gebäudeensemble des Museums noch einmal in seinemgegenwärtigen Zustand, vor dessen grundlegender Sanierung und baulichen Veränderung, ansehen möchte, hat dazu am 4. September 2021 im Rahmen der Museumsnacht des Landkreises Spree-Neiße die einmalige Gelegenheit. Bauliche Voruntersuchungen an der historischen Tuchfabrik haben interessante Ergebnisse u. a. zu Statik, Mauerwerk, Schadstoffbelastungen zutage gebracht und werden von fachkundigen MitarbeiterInnen erläutert. Weiterhin gibt es Informationen über bauliche und inhaltliche Planungen für das künftige Museum – welche neuen Ausstellungsinhalte wird es geben, wo findet die Lokomotive der Forster Stadteisenbahn ihren Platz usw.

Die Führungen durch die Gebäude finden um 14 Uhr bzw. um 16 Uhr statt.

Stand: 21.07.2021